Anleitung für die Bereitstellung von Multizellensystemen

In dieser Anleitung erklären wir, was bei der Planung einer DECT Multizelle mit der Snom M700 zu beachten ist.
Dabei gehen wir insbesondere auf die Ausleuchtung ein, die besonders gut mit Hilfe eines Messkoffers durchführbar ist.

DECT Messkoffer sind mit zwei M700 Basisstationen mit Akkupack (und Ladegerät) sowie 4 x M65 Handsets inklusive Ladeschalen bestückt. Das "Snom DECT Radio Measuring Kit" kommt mit zwei Stativen für die Basisstationen.

Die DECT Messkoffer können sowohl gekauft als auch ausgeliehen werden. Für Anfragen eines Koffers wenden Sie sich bitte an: sales@snom.com .


Schritt 1: Optimale Positionierung der DECT Basisstationen

Für die optimale Ausleuchtung einer DECT Multizelle, also der flächendeckenden und unterbrechungsfreien Abdeckung des DECT Signals, sind einige Faktoren zu beachten.

  1. Signalstärke

    1. Maximaler Abstand zwischen den Basisstationen
      1. Büroflächen:  Bis zu 40 Meter
      2. Bürobereiche mit Hindernissen wie Aufzugsschächte, Treppenhäuser, Metallwände: Bis zu 10 Meter
      3. Verkaufsflächen:  Bis zu 60 Meter
      4. Messehallen oder Produktionsflächen ohne Hindernisse: Bis zu 100 Meter
      5. Tiefgaragen:  Bis zu 20 Meter
      6. Außenbereiche ohne Hindernisse:  Bis zu 200-300 Meter (Für den Betrieb der M700 in Außenbereichen bedarf es einer entsprechend geeigneten Schutzbox.)

Hindernisse, wie Wände, Türen, Metal oder Beton aller Art, sowie feuchtes Holz stören den Empfang.

Lesen Sie hier mehr Details zur Positionierung Ihrer Multizellen.


  • Positionieren sie Ihre Basisstationen am besten in Sichtweite zueinander, das heißt in einer möglichst ungestörten Sichtachse.
  • Achten Sie darauf, dass es bei Glas oder Metalltüren, insbesondere Brandschutztüren, einen großen Unterschied macht ob sie für die Messungen die Türen aufmachen oder schließen. Schließen sie also zum Messen vorsichtshalber alle Türen.
  • Für den Abstand zwischen zwei Zellen sollte stets ein Wert von mindestens -70 dbm bis -75 dbm eingehalten werden. Handgeräte sollten mindestens -80 dbm erreichen, um Aussetzer oder gar Gesprächsabbrüche zu verhindern.
    Ab 90dBm ist spätestens spontan mit Signalabbrüchen zu rechnen.

Schritt 2: Anzahl der gleichzeitigen Sprachkanäle

  1. Jede Basisstation hat eine maximale Anzahl von parallelen Gesprächen.


    Schmalband Breitband
    Basisstation 8 Gespräche Gespräche
    Repeater Gespräche Gespräche

    Zusätzlich stehen je Basisstation zwei weitere Anruf Slots für Handover und Roaming zur Verfügung.
    (Im Mono-Zellen-Betrieb hat eine M700 eine Kapazität von 8+2 = 10 parallelen Gesprächen.)

Schritt 3: Art der Aufstellung / Redundanz

Um einen "Single Point of Failure" zu vermeiden, also einen Störfall aufgrund des Ausfalls einer einzelnen Basisstation, sollten sie bei der Positionierung der Basisstationen darauf achten, Redundanzen zu schaffen. Sie sollten zwei oder mehr Basisstationen überlappend aufstellen.

Dies hat gleich zwei Vorteile:

  1. Sie erhalten ein unterbrechungsfreies DECT Netz, das auch beim Ausfall einer Einzel Komponente weiter funktioniert.

  2. Sie erhöhen die Anzahl gleichzeitig möglicher Anrufe. Dies bezieht sich natürlich auch auf Roaming , bzw. Handover . Wenn Jemand mit seinem DECT Telefon durch die verschiedenen DECT Zonen geht, wird der Anruf von einer Zelle zur nächsten übergeben und belegt in diesem Moment an verschiedenen Zellen einen Sprachkanal.

Da die M700 Basisstation, sobald sie mit ihren Partner Zellen verbunden ist, alle Informationen vollständig redundant hält, (vergleichbar zum Domain Controller in Windows Servern), und es zwar pro Forma immer eine "DECT-Master" Basisstation gibt, die etwa alle 10 Minuten wechselt, spielt es keine Rolle, wenn bei einer optimalen Vermaschung eine oder sogar zwei Zellen kurzfristig oder gar länger ausfallen.



Schritt 4: Verwendung des Mobilteils zur Empfangsmessung (Discovery Menü)

  • Vor Beginn der Ausleuchtung ist sicherzustellen, dass das Mobilteil vollständig aufgeladen ist.
  • Identifizieren Sie die MAC-Adresse der Basisstation, an der Sie messen möchten. Diese befindet sich auf der Rückseite der Basisstation.
  • Sofern nicht schon geschehen, beschriften Sie die Basisstation gut lesbar mit den letzten 4 Zeichen der MAC Adresse (am besten frontal und sehr groß, um diese auch aus großer Höhe und Entfernung lesen zu können).
  • Beschriften Sie ebenso jeweils ein Mobilteil (z.B. auf der Batterieklappe) mit einer MAC Adresse einer Basisstation. So wissen sie später immer, welches Gerät für die Tests mit welcher Station verbunden wurde, oder verbunden werden soll.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zum Verbinden Ihres Mobilteils, drücken Sie "Menü" gefolgt von den Tasten: *47* , um das Mobilteil in den "Discovery Modus" zu bringen.

    Hinweis: Bleiben Sie in der Nähe der Basisstation (2-3m), um die Suche zu starten.
  2. Verwenden Sie den Cursor nach unten/oben, um zwischen den MAC Adressen der Basisstationen zu wechseln.

  3. Wählen Sie die gewünschte Basisstation aus.

  4. Im Display des Mobilteils wird der Pegel "RSSI" (Received signal strength indication) der Basis angezeigt.

  5. Optional: Durch Drücken der Taste "off hook" (grüne  Hörer Taste) wird eine Audio-Loopback-Verbindung mit der Basisstation hergestellt. Drücken sie nun noch die zentrale Taste zwischen den Pfeilen, wird ein Dauerton gesendet, der ihnen Auskunft gibt, ob das Sprachsignal ohne Aussetzer gesendet werden kann. Dies gibt Ihnen zusätzlich zum Messwert des Frequenzabstandes einen weiteren Anhaltspunkte, ob Ihre Basisstationen optimal gesetzt sind.

Hinweis: Durch das Anschließen eines Headsets, das für den Anschluss eines MP3-Players modifiziert wurde, wird der Ton vom Mobilteil/MP3-Player zum Hörer zurückgeschleift. Dadurch ist es möglich, gleichzeitig mit dem Lesen der RSSI-Pegel des Displays auch Audio zu hören.

Schritt 5: Dokumentation der Dect-Ausleuchtung

Gebäudeplan:

Snom empfiehlt, einen Gebäudeplan zu verwenden, und die Abdeckung der Basisstation mit Hilfe der Signalstärkenanzeige RSSI von jeder Basisstation zu überprüfen. Am besten zeichnen Sie die geplanten Basisstationen direkt in den Bauplan ein, sowie die Messergebnisse zu den verschiedenen Basisstationen in eine separate Liste ein (wie z.B. unsere Dect Ausleuchtungsliste, siehe unten). Vergeben Sie für die Standorte von künftigen M700 Basisstationen eine eindeutige Bezeichnung, gefolgt von den letzten 4 Zeichen der MAC Adresse, die Sie bei der Messung verwendet haben.

Beispiel Szenario
Schritt 1: Erste Basis positionieren Schritt 2: Abdeckung messen und bei -75dbm die nächste Basis platzieren

Schritt 3: Abdeckung messen und bei -75dbm die nächste Basis platzieren Schritt 4: Abdeckung messen und bei -75dbm die nächste Basis platzieren

Schritt 5: Nun sind alle Bereiche abgedeckt und es können weitere Basen aus Redundanzgründen positioniert werden.